Blog zur interreligiösen Studienfahrt – Tag 2

Blogeintrag vom 9.2.

Heute war unser erster kompletter Tag in Krakau. Ab 8:00 Uhr konnten wir im Restaurant Jagienka ein leckeres variationsreiches Frühstück genießen.

Um 9:00 wurden wir dann von unserer Reiseleiterin am Restaurant abgeholt. Bevor wir dann in den Bus gestiegen sind, hat sie uns noch einiges über die polnische Geschichte erzählt. So ist Krakau zum Beispiel während dem 2. Weltkrieg kampflos an die Nazis übergeben worden, um die Denkmäler dort zu retten. Außerdem ist Polen im Laufe der Jahre immer wieder von anderen Ländern eingenommen und regiert worden. Dies spiegelt sich vor allem in den verschiedenen Baustilen wieder. Sie erzählte uns noch, dass Krakau die ehemalige Hauptstadt von Polen gewesen ist. Jedoch wurde Polen zu einer bestimmten Zeit vom schwedischen König regiert, der aus Bequemlichkeitsgründen Warschau zur neuen Hauptstadt machte.

Dann sind wir in den Bus gestiegen und ins ehemalige Ghetto gefahren. Der erste Ort im Ghetto war direkt ein besonderer Platz. Denn was direkt aufgefallen ist, dass auf diesem Platz viele Stühle stehen. Im Verlaufe des Gesprächs erzählte uns dann unsere Reiseleiterin, dass dies genau 65 Stühle sind, die für die 65.000 Juden stehen, die vor dem 2. Weltkrieg in Polen gelebt haben. Auf dem Platz steht auch eine alte Apotheke. Darauf sind die Jahreszahlen 1941 und 1943 eingehauen. In dieser Zeit war dort das Ghetto in Krakau. Auch die Apotheke war eine Besonderheit. Normalerweise sollten die insgesamt 16.000 Juden vollkommen abgeschottet und ohne jegliche medizinische Hilfe leben. Doch Tadeusz Pankiewicz eröffnete an diesem Ort diese Apotheke und er durfte diese auch weiter offen lassen. Pankiewicz ist für die Polen so, wie Schindler für uns.

Wir sind dann weiter zum ehemaligen Hauptplatz des Ghettos gegangen. Von dem allein 4 Synagogen zu sehen waren. Wir sind dann in eine von den vier Synagogen gegangen, wo wir wie immer mit vielen Daten informiert worden sind. Neben der Synagoge haben wir auch einen Friedhof besichtigt, welcher in der Kriegszeit als Müllhalde diente. Auf dem Friedhof stand auch ein Nachbau der Klagemauer aus den Überresten der von den Nazis zerstörten jüd. Grabsteinen. Der Friedhof ist fast komplett von der Klagemauer umgeben. Außerdem wurde auf dem Hauptplatz des Ghettos ein Teil des Films „Schindlers Liste „gedreht. Danach sind wir ins jüdische Kulturzentrum gegangen, wo wir erstmal einen kleinen Film gesehen haben und dann über die Zusammenarbeit der Juden, Muslime und Katholiken gesprochen haben. Dann hatten wir um 12:00 Uhr Mittagspause.

Danach sind wir zunächst in die Marienkirche gegangen, welche auch als die Stadtkirche gilt. Diese Kirche wurde 1380 erbaut und gilt als eindrucksvolles Wahrzeichen von Krakau. Der Reiseguide gab uns Informationen zur imposanten Bauweise der Kirche und der Geschichte hinter dem Bauwerk. Das Design der Kirche besteht hauptsächlich aus Blattgold.

Wir haben danach das Collegium Maius besucht. Das Collegium ist das älteste der erhaltenen Universitäten in Polen. Im Erdgeschoss der Universität waren die Vortragssäle und im Obergeschoss gab es eine Bibliothek und Wohnräume für die Professoren. Heutzutage dient das Collegium Maius als ein Museum.

Wir hatten dann noch ein wenig Freizeit und sind dann um 19:00 Uhr zum Restaurant Jagienka gegangen.

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