Blog zur interreligiösen Studienfahrt – Tag 4

Blogeintrag vom 11.2.2020 – Krakau

Hey ihr Lieben 🙂
Trotz des stürmischen und regnerischen Wetters ließen wir uns nicht aufhalten, bereits am Morgen (9 Uhr) eine evangelische Kirche zu besuchen. Die Gemeinde der Martinskirche zählt mit ihren 700 Mitgliedern, die aus 8 verschiedenen Nationen stammen (Italien, Ukraine, Deutschland…) als die Größte Krakaus. Sie wurde vor 462 Jahren gegründet und nach dem Barock-Stil erbaut. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts lebten Nonnen, in der, vom Ritterorden gestifteten Kirche. Die Gemeinde dokumentierte den Besuch von 12.000 Gläubigen in den 133 veranstalteten Gottesdiensten im vergangenen Jahr.
Direkt im Anschluss ging es für uns zum Schloss Wawel. Dieses wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts errichtet und war der Wohnort der polnischen Königsfamilie. Wir wurden durch das Schloss geführt, welches sich nicht mehr im Originalzustand befindet, da es durch Kriege und Brände immer wieder teilweise zerstört wurde. Im Inneren des Schlosses konnten wir Wandteppiche ansehen, die beispielsweise den Bau der Arche Noah darstellten. Insgesamt hängen 138 Wandteppiche im Schloss, welche auch „Gobelin“ (französisch ausgesprochen) genannt werden. Besonders ins Auge gestochen sind uns auch die „Friesen“, das sind Bemalungen an der Wand, die unterhalb der Zimmerdecke verlaufen. Mit den gemalten Friesen wird der Handlungsverlauf, z.B. von Ritterschlachten, oder Burgfesten dargestellt. Als die, mit vielen Fakten gefüllte Führung zu Ende war, ging es weiter in die angrenzende Kathedrale.
Nach der Besichtigung genossen wir eine kurze Snack-Pause bei McDonalds (Snack bei Mc ;D).
Nachdem sich Sabine (Sturmtief über Europa) ausgetobt hatte, ging es für uns weiter in die einzige muslimische Gemeinde in Krakau. Hier wurden wir herzlich begrüßt und durften bei dem Nachmittagsgebet mit dabei sein. Hierbei fiel uns auf, dass die Frauen hinter ihren Männern, bzw. in einem anderen Teil des Raumes beten. In der anschließenden Frage-/ und Diskussionsrunde haben wir durch den Imam, Fakten über den Islam in Polen erfahren, wie z.B., dass die Muslime Polens seit circa 30 Jahren die Chance haben, ihren Glauben in Gemeinschaft, in der Krakauer Moschee auszuleben, oder dass sich zum Freitagsgebet in diesen Räumlichkeiten bis zu 200 Gläubige versammeln. Die Mädels unter uns, die mitbeten wollten, sollten eine Kopfbedeckung tragen, die sie vor Ort bekamen (Kopftücher).
Nach diesen neuen Erfahrungen hatten wir die Möglichkeit, in Kleingruppen den Nachmittag ausklingen zu lassen, bis wir uns wie gewohnt zum Abendessen im Restaurant Jagienka trafen. Heute haben wir wieder viele Eindrücke über die Religionen und auch Unterschiede sammeln können. Man kann also definitiv sagen, dass es ein eindrucksvoller letzter Tag war.

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