Aufgrund einer Erkrankung müssen wir die Herbstakademie in diesem Jahr leider absagen. 

Zehn spannende Tage bei der Juniorakademie NRW

22.09.2026

Mein ehemaliger Englischlehrer und Beauftragter der Begabungsförderung, Herr Bähren, hat mich im März 2025 auf die Juniorakademie NRW aufmerksam gemacht.

Zur Auswahl gab es zwei Standorte: Jülich und Ostbevern (englischsprachig). Beide Angebote klangen sehr interessant, aber Ostbevern sprach mich besonders an. Da es mir nicht nur viel Spaß macht, Englisch zu sprechen, sondern ich mich auch sehr für Physik und das Universum interessiere, bewarb ich mich mit einem Empfehlungsschreiben der Schule und einem eigenen Motivationsschreiben für den Kurs „Investigating the Physical Universe“. Nachdem einige Zeit vergangen war und das Auswahlverfahren abgeschlossen wurde, erhielt ich die erfreuliche Nachricht, dass ich angenommen worden war. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut.

Die Akademie in Ostbevern begann am 11. August 2026 und endete am 21. August 2026. Als ich dort ankam, wurde ich direkt sehr freundlich empfangen und erhielt zunächst ein temporäres Namensschild. Anschließend durfte ich mir eines der Einzelzimmer aussuchen und mich einrichten. Um 16 Uhr trafen sich alle Teilnehmenden in der Aula. Nach einer Begrüßungsrede wurden wir feierlich aufgerufen, bekamen unsere richtigen Namensschilder, an denen auch unsere Zimmerschlüssel befestigt wurden, und machten gemeinsam ein Gruppenfoto.

Danach verabschiedeten sich unsere Eltern, und wir begannen mit einigen Kennenlernspielen. Obwohl sich die meisten von uns vorher nicht kannten, entstand schnell eine offene und freundliche Atmosphäre.

Am nächsten Morgen begann der eigentliche Akademiealltag. Wer wollte, konnte bereits um 6:30 Uhr am Frühsport teilnehmen. Nach dem Frühstück trafen wir uns um 8:30 Uhr in der Aula, um die sogenannten kursübergreifenden Angebote, kurz KüAs, zu besprechen. Dabei handelte es sich um Aktivitäten, die von den Teilnehmenden selbst geplant und durchgeführt wurden. Anschließend begann um 9 Uhr der Unterricht.

In meinem Kurs „Investigating the Physical Universe“ beschäftigten wir uns mit vielen spannenden Themen aus der Physik und Astronomie. Wir lernten unter anderem etwas über den Lebenszyklus von Sternen, die Zusammensetzung von Planeten und Sonnen, Exoplaneten, Gravitation, Dichte, Quantenmechanik und vieles mehr. Besonders spannend war, dass wir nicht nur Neues lernten, sondern auch selbst diskutieren, experimentieren und Fragen stellen konnten.

Nach dem Mittagessen konnten wir zwischen Sport und Chor wählen. Ich entschied mich für den Chor, in dem wir gemeinsam verschiedene Stücke einübten, die wir später bei der Abschlussveranstaltung aufführen würden. Danach folgte eine weitere Unterrichtseinheit.

Nach dem Abendessen begann schließlich die Zeit der KüAs. Während der ersten KüA-Schiene nahm ich jedoch nicht an einer KüA teil, sondern spielte im Orchester der Akademie, dessen Proben zur gleichen Zeit stattfanden. Gemeinsam mit anderen musikbegeisterten Teilnehmenden probten wir verschiedene Stücke für die Abschlussveranstaltung. Die Arbeit im Orchester hat mir besonders viel Spaß gemacht, da wir nicht nur gemeinsam musizierten, sondern auch als Gruppe schnell zusammenwuchsen. Anschließend begann die zweite KüA-Schiene, bei der ich an verschiedenen von Schülerinnen und Schülern organisierten Angeboten teilnehmen konnte.

Die zehn Tage vergingen erstaunlich schnell. Neben dem Unterricht und den vielen Aktivitäten lernte ich zahlreiche motivierte und interessante Jugendliche aus ganz Nordrhein-Westfalen kennen. Viele von ihnen teilten ähnliche Interessen, sodass spannende Gespräche und neue Freundschaften entstanden.

Am letzten Tag fand die große Abschlussfeier statt. Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie weitere Gäste kamen zusammen, um die Ergebnisse der Akademie zu erleben. Die verschiedenen Kurse stellten vor, woran sie während der zehn Tage gearbeitet hatten, und berichteten von ihren Erkenntnissen. Außerdem traten Chor und Orchester auf. Wir spielten im Orchester die Lieder „Viva La Vida“ von Coldplay und „The Medallion Calls“ aus Fluch der Karibik. Es war ein großartiges Gefühl, die Akademie mit einem solchen Auftritt abzuschließen.

Die Juniorakademie war für mich eine einzigartige Erfahrung. Ich habe nicht nur viel Neues über Physik gelernt, sondern auch mein Englisch verbessert, neue Freundschaften geschlossen und viele unvergessliche Erinnerungen gesammelt.

Deshalb kann ich jedem empfehlen, die Chance zur Teilnahme an einer Juniorakademie zu nutzen. Wer neugierig ist, gerne Neues lernt und motivierte Jugendliche kennenlernen möchte, wird dort eine spannende und bereichernde Zeit erleben.

Text & Fotos: Konstantin Brand